Lehr- und Lerninnovationen durch ein Begleitstudium

Nach einer recht langen Blog-Pause meinerseits, bedingt durch EduCamp, Seminare und andere Verpflichtungen soll es heute endlich mal wieder ein paar aktuelle Infos geben. Seit diesem Sommersemester konnten wir die sehr guten Kontakte zu Frau Prof. Reinmann sowie insbesondere zu ihren Mitarbeitern Thomas Sporer und Johannes Metscher vom Medienpädagogik-Team des Institutes für Medien und Bildungstechnologie der Universität Augsburg weiterhin intensivieren. In Kooperation mit ihnen führen wir ein äußerst produktives Forschungsseminar durch, bei dem eine Bedarfsanalyse und Konzeption zur Übertragung des im dortigen Studiengang „Medien und Kommunikation“ bewährten Begleitstudiums Problemlösekompetenz auf unsere Medienstudiengänge entwickelt und durchgeführt werden.

Präsentation Begleitstudium

Die ersten aufschlussreichen Ergebnisse der Online-Befragung von TU-Studenten und den aktuellen Konzeptionsstand für den Studiengang Angewandte Medienwissenschaft (AMW) konnten wir letzten Mittwoch auf unserem Institutskolloquium in Ilmenau vorstellen und mit einigen Studierenden und Dozenten umfangreich diskutieren. Die entsprechenden Folien dazu können hier als PDF heruntergeladen werden. Zentraler Kritikpunkt in der Diskussion war, ob man noch von ehrenamtlichem Engagement sprechen könne, wenn die Tätigkeiten vollends anrechenbar werden. Daraus resultierte die Befürchtung, dass Initiativen und Vereine dann nur noch besucht würden, um sich Punkte im Studium zu verdienen. Eigentliche Intention des Begleitstudiums ist es aber, ausgehend von einem vorhandenen Interesse bzw. einer bereits bestehenden Tätigkeit bei der Initiative an sich, das Begleitstudium u.a. zur besseren Kompensierung des Studienaufwandes zu nutzen. Daher kamen schließlich Ideen einer vorherigen Mindesttätigkeit in einer Initiative auf.

Bei dem anschließenden Thementisch wurden in kleinen Teilnehmer-Gruppen konkrete Beispiele für die Verankerung anhand des Konzeptionsstandes im Studiengang AMW entwickelt und vorgestellt. Außerdem wurden auch Probleme bei einer Implementation des Begleitstudiums identifiziert. Dabei entstand folgende von den Teilnehmern übersichtlich gestaltete Wandtafel.Ergebnisse Thementisch Begleitstudium

Die identifizierten Probleme sollen an dieser Stelle nochmals stichpunktartig aufgegriffen werden (Vielen Dank an Sylvia für die Zusammenstellung!):

  • Der Name „Begleitstudium“ wirkt scheinbar etwas verwirrend (eigentlich eher direkte Integration als Begleitung).
  • Die Bausteine sollten noch mehr definiert werden (z.B. kann man dazu kommen, wenn man das gesamte Begleitstudium am „Bergfestfilm“ durch-exerzieren würde)
  • Wo ist die Weiterentwicklung/Differenz zwischen Medienprojekt und dem Begleitstudium?
  • Bewertung(sgrundlage): ist die Reflexion/der Bericht ausreichend?
  • Müssen Begleitstudiumsteilnehmer die Mitgliedsbeiträge im Verein zahlen?
  • Kann man das Medienprojekt zur Anrechnung wirklich teilen (1.+2. Teil)?
  • Was ist mit der Qualitätssicherung? –> Die Qualität, die am Ende herauskommt, ist womöglich zu heterogen.
  • Initiativenauswahl/Neugenerierung von Initiativen –> Können diese dann auch später weitergeführt werden (Problematik Nachhaltigkeit)?
  • Wer gibt das Feedback innerhalb des Vereins (Qualitätssicherung)?
  • Es besteht schon eine Struktur im Verein. –> Man müsste sich als Begleitstudiumsteilnehmer erst einmal in das Vereinsleben eingliedern und Strukturen verstehen (–> Dies könnte z.B. dadurch geregelt werden, dass man ohnehin erst einmal den Baustein Produktion abdeckt und währenddessen den Verein kennenlernt!)
  • Es könnte passieren, dass nicht alle Bereiche der „Anwendungsbereiche“ bzw. auch der „Praxiswerkstätten“ ohne Weiteres eingebunden werden können.
  • Wie wird eine Teamarbeit nach den erbrachten Leistungen des einzelnen ordentlich bewertet?
  • Gibt es genügend Kapazitäten bei der Betreuung? Schließlich müssen sowohl die Dozenten als auch die Projektleiter Betreuungsleistungen erbringen. Bei der bestehenden Struktur besteht dafür viel Abstimmungsbedarf.
  • Nicht jeder Verein kann die Inhalte für alle Bausteine abdecken. Dann wird möglicherweise ein Vereinswechsel erforderlich.
  • Das Kommunikationsdreieck zwischen Studenten, Projektleitern und Dozenten könnte kritisch werden (Problem: mangelnde Abstimmung).

Am 08. und 09. Juli steht dann eine Exkursion der Seminarteilnehmer nach Augsburg an, zu dem wir zusätzliche Ergebnisse und die weitere Vorgehensweise bei der Kooperation besprechen. Wir freuen uns alle schon sehr auf den Austausch!