Was ist ein Personal Learning Environment (PLE)? Eine Software? Was gehört dazu? Was nicht? Sind Webtops wie Google Desktop oder Protopage schon ein PLE? Kann man ein PLE konzipieren? Worin liegt der Mehrwert für den Studenten?

Mit diesen und ähnlichen Fragen haben wir uns in den letzten Tagen intensiver beschäftigt und dabei folgendes Modell entworfen.

Modell des selbstgesteuert-konnektiven Lernens im PLE

Bestandteile einer persönlichen Lernlandschaft

  • Kommunikationspartner
  • der Lernende selbst
  • Medien

Beschreibung des Prozesses
Ausgehend vom Kommunikationspartner und/oder dem Lernenden selbst erfolgt die Nutzung von Medien aus unterschiedlichen Motiven (z.B. Surfen im Netz, Lösen von Aufgabenstellungen, …) . Ein PLE ist Bestandteil geeigneter Medien und daher wird unterschieden zwischen

  • Medien, die das Potential haben Inhalte für ein PLE bereitzustellen (z.B. Buch, CD, TV, Radio, iPod)
  • Medien, die darüber hinaus das Potential zur Integration eines PLE selbst haben (z.B. Handy, PDA, iPhone, PC).

Zusätzlich kann zwischen Kommunikationspartnern und Lernendem zuvor auf herkömmliche Art und Weise ein interpersonaler Austausch stattfinden (z.B. Vorlesung, Gespräch, Brief), der eine mögliche Ursache für die Mediennutzung und insbesondere die Nutzung eines PLE darstellt.

Grundvoraussetzung für ein PLE ist:

  • digitales Endgerät mit Betriebssystem (OS) zum Betreiben von Software

Unterscheidung eines PLE in:

  • PLE im weiteren Sinne
    • stellt Software offline zur Verfügung, die zur Aufbereitung oder Produktion von Inhalten im Lernprozess genutzt werden kann
  • PLE im engeren Sinne = Lernportal
    • stellt darüber hinaus Social Software online zur Verfügung (siehe Definition Social Software), die die Möglichkeit zur Veröffentlichung der Inhalte über ein Tor zum Internet bieten kann und damit ein Teilen und Austauschen im Lernprozess ermöglicht
    • dies regt ein kollaboratives Arbeiten und selbstgesteuert-konnektives Lernen vor allem auch im informellen Kontext an (die wahrgenommene Grenze zwischen formellen und informellen Lernprozessen verschwindet zunehmend) > Seminargrenzen überschreitendes Lernen mit Potential für lebenslanges Lernen im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung
    • Bestandteile des Tors ins Netz: Browser zum Aufbau der Verbindung ins Internet, der Einsatz von Social Software zur Verarbeitung und Präsentation der Inhalte sowie Hilfs-Tools (Add-Ons) zum effizienten Zusammenstellen und Handhaben des PLE (benötigt gesonderte Anleitung)

Die PLE im engeren Sinne bildet damit immer den zentralen Zielpunkt aller Tätigkeiten im E-Learning 2.0 zur Nutzung und Bearbeitung von Informationen. Diese werden innerhalb der gesamten Lernlandschaft von den Kommunikationspartnern und von dem Lernenden selbst durch Nutzung von Medien, Software (PLE im weiteren Sinne) und Social Software (als ein Bestandteil der PLE im engeren Sinne) beigesteuert.

Im Moment stellen wir in Protopage ein Tutorial für die Nutzung von PLEs zusammen, in dem verschiedene Ansichten zu PLEs aufgeführt, dieses Modell dargestellt und eine Anleitung zur Einrichtung eines PLE i.e.S gegeben werden.