Montessori-Learning

Hier ein wichtiger Link zu einem Montessori-Artikel von Gernot Tscherteu, der auch in das theoretische Fundament der Diplom-Thematik mit hineinspielt:
http://www.realitylab.at/wp/publications/microlearning/

Es geht dabei um eine Blogvisualisierungs-Technologie namens “Blogosphere Map”, die aber nicht so relevant für uns ist. Richtig interessant wird´s ab dem Abschnitt “Microlearning mit Maria Montessori”.

Besonders interessant fand ich folgende Stellen:

1. zum Selbstlernen:
” „Hilf mir es selbst zu tun”: Der Montessori Pädagoge ist kein Lehrer im klassischen Sinne, sondern er definiert konkrete Situationen, in denen bestimmte Lernerfahrungen beabsichtigt werden, dies geschieht vor allem dadurch, dass er bestimmte Materialien […] zur Verfügung stellt und an bestimmten Punkten dem Lernenden beim „Selbst-Lernen” beisteht.”
“Vorbereitete Umgebung: Freiheit darf nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Nichtintentionales freies Lernen kann sehr effektiv sein, es braucht aber geeignete Rahmenbedingungen. Es braucht eine gewisse Reife um […] sich selbst Rahmenbedingungen zu schaffen, wenn sie nicht von außen vorgegeben werden. Ein gutes Beispiel für den Nutzen von Grenzen ist das unbefriedigende Gefühl dass sich beim wahllosen Browsen im Netz einstellt. Es endet meistens mit einem dumpfen Gefühl im Kopf. Aus diesem Grund legt die Montessori Pädagogik großen Wert auf optimal angepasste Rahmenbedingungen und Grenzen.”
“[…] Beim Microlearning produzieren die Lernenden sich ihre eigenen Lerninhalte und Lernmethoden und letztlich schafft sich jeder Lernende seine individuelle Lern- und Arbeitsumgebung selbst. Es ist ein schönes Ziel für einen Pädagogen, Menschen zu dieser Selbständigkeit zu führen. Im Web finden viele diesen Weg auch alleine, obwohl es ohne Lehrer wesentlich schwieriger ist.”

2. zu den Phänomenen “Ambididaktik” und “Kollektive Intelligenz”
“Um sich in einer solchen Situation zurecht zu finden braucht es eine Reihe von Dingen:

1. Konventionen: Weblogs und Wikis sind so betrachtet nicht bloß technische Hilfsmittel sondern sie basieren auf Konventionen in Bezug auf Interaktion und Verhalten. Postings mit Datumsstempel, Archive, Blogrolls, stellen u.a. solche Konventionen dar, die quer durch die Blogosphäre eingehalten werden.
2. gewisse technische Standards wie RSS, die sich aber eher aus den Konventionen ableiten sollen als aus irgendwelchen Standardisierungsinstitutionen. Und
3. braucht es innvotive Werkzeuge die einem dabei helfen, die gemeinsame Lernumgebung zu erfassen und zu begreifen. […]

Ambididaktik heisst, dass Lernende gemeinsam eine Lernumgebung schaffen, ohne dass es genaue Grenzen in Bezug auf Personen und Inhalt gibt. Es ist ein fließender, offener Raum von wechselnden Inhalten und Teilnehmern, in dem soziale Bindungen und Verantwortlichkeiten relativ gering, der gegenseitige Nutzen aber sehr groß ist. Insgesamt entsteht in Lernumgebungen wie Blogs und Wikis ein emergentes Phänomen, das gerne als Kollektive Intelligenz bezeichnet wird.”

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Über Marcel

Dipl.-Medienwiss. Marcel Kirchner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent im Fachgebiet Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau. Er beschäftigt sich mit dem Einsatz von Social Software und insbesondere E-Portfolios vor allem in der Hochschullehre.

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