Learnify your daily work! – Fazit einer Circle-Lernreise

Seit gut zwei Jahren beschäftigt mich nun schon der Einsatz von Learning Circles im Arbeitsalltag. Über dieses Social Learning-Format wird vor allem versucht, das selbstgesteuerte und konnektive Lernen von Kollegen*innen über Weiterbildungsthemen im Austausch mit- und voneinander zu fördern und damit im Kern, die 20% bzw. im weiteren Sinne die 70% des Lernens am Arbeitsplatz anhand des 70-20-10-Modells nach Lombardo-Eichinger zu bedienen. Nach einigen gesammelten Erfahrungen und einem pandemiebedingt erneut herausfordernden Jahr ist es daher zum Jahreswechsel Zeit für einen tieferen Rück- und Ausblick, welche Herausforderungen und Chancen Learning Circles und besonders die Methode des ePortfolio-Lernens beim Modern Workplace Learning bieten können.

ePortfolio-Learning
Abbildung Selbstgesteuert-konnektives Lernen mit ePortfolios (Sketchnote von Katrin Mäntele unter CC BY 4.0)

Vor einem Jahr hatte ich zum ersten Mal über unsere Initiative, die aus der Corporate Learning- und lernOS-Community entstand, berichtet und den gemeinsam erstellten ePortfolio Learning-Leitfaden in einer ersten Version hier im Blog veröffentlicht. Inzwischen hat sich unternehmensübergeifend Einiges im Umfeld getan – sowohl aus der Community heraus fanden verschiedene Learning Circle-Reisen statt, u.a. mit Ansätzen zum Sketchnoting und Getting Things Done bei SAP und mit Bezug zu Diversity und Inklusion bei Datev und es wurden weitere spannende Initiativen aus der dynamischen lernOS-Bewegung gestartet, u.a. zum Community Management, zur digitalen Zusammenarbeit etc.
Auch das etwa 9-monatige Pilotprojekt zum Einsatz der beiden Content Curation- und ePortfolio Learning-Leitfäden bei Continental verlief bis zum Frühjahr 2021 in Zusammenarbeit mit dem überaus kreativen Lernhacks-Team rund um Jan und Stefan sowie dem hochkompetenten und erfahrenen Cogneon-Gründer Simon insgesamt sehr erfolgreich und konnte intern größere Aufmerksamkeit und Interesse für eine weiterführende Etablierung wecken, was mich sehr freute und bekräftigte, diese Lernreise weiterzugehen 🙂

Ein erstes detailliertes Fazit aus dem Pilotprojekt hatten wir bereits Ende März unmittelbar nach Abschluss des Piloten zusammen mit meiner Projektkollegin Anja und Harald im Teil 3 der New Workplace-Interviewreihe von Thomas gezogen – damals noch ganz frisch geprägt von den ersten Auswertungsergebnissen:


Diese Erkenntnisse wurden auch auf dem virtuellen CoLearn-Frühjahrscamp #clchh21 und zusammen mit unserer damaligen Masterandin Celina Ende Juni als Session bei der lernOS Convention #loscon21 vertiefend dargestellt.

Schließlich durften meine Kollegin Anja und ich im Juli die zum damaligen Zeitpunkt weitgehend finalen Erkenntnisse und Auswertungsergebnisse beim c3 Community-Managers BarCamp #C3Managers und später beim CLC Lunch&Meet (Online-Stammtisch) #cl2025 aufzeigen:

Nach längeren Vorarbeiten und einem intensiven halbtägigen Mini-Hackathon mit Simon Ende Juli ging der ePortfolio Learning-Leitfaden dann auch endlich auf lernOS.org im dortigen GitHub-Repository zweisprachig und in verschiedenen Publikationsformaten online 🙂 Dazu nachfolgend nochmal die entsprechenden Links:

Lernpfad ePortfolio Learning
Abbildung Lernpfad ePortfolio Learning (Sketchnote von Katrin Mäntele unter CC BY 4.0)

Ab Mitte September 2021 starteten wir schließlich intern gemeinsam mit unserem Kollegen Ruben aus Group HR Global People Services in einem leicht veränderten Setting und mit den Erfahrungswerten aus dem Piloten in die tatsächliche Implementierung von Learning Circles als Teil des dort verankerten „Learning Business Partner Enabling Program„, um sozusagen auch die Feuertaufe unter L&D Experts zu bestehen. Und nach dem üblichen 3-monatigen Lernsprint gelang es tatsächlich über Höhen und Tiefen bis Anfang Dezember etwa 15 Learning-Experten*innen erfolgreich als Circle Finisher ins Ziel zu bringen, was mich im Zusammenspiel mit allen Beteiligten richtig stolz machte! Eine zentrale Erkenntnis aus den Reihen der Teilgeber*innen war, dass die weiterhin insbesondere zu Beginn als hoch wahrgenommenen Aufwände sich auch diesmal gelohnt haben und einige das Lernformat sogar in ihren zukünftigen Learning-Szenarien und -Programmen mit einbauen wollen 🙂 Ein toller Erfolg verbunden mit einem Dankeschön an das Team und alle Mitwirkenden!

Abschließend möchte ich nun versuchen, ein Resümee aus den bisherigen Einsatzszenarien zu ziehen und die 7 wichtigsten Kernaspekte als Lessons Learned für zukünftige Einsatzszenarien festzuhalten, die sich bei der Nutzung von Learning Circles als Peer Learning-Format aus meiner Sicht letztlich ergeben haben – natürlich immer mit dem Fokus aus eigenen absolvierten Learning Circles und dem 2-maligen Einsatz des ePortfolio-Learning Leitfadens:

  1. Ein guter Einstieg ist DIE Basis für eine produktive Circle-Eigendynamik.
    Bringt als Teilgeber*in am besten ein bis maximal drei gemeinsame Themen pro Circle mit oder gebt als Organisierende beim Circle-Onboarding zu Beginn gezielte Themenangebote (eine Art Short List oder Katalog). Diese können dann idealer Weise direkt auf der Lernreise vertieft werden. Alternativ versucht gemeinsam im Circle-Kickoff das oder die passenden Themen zu finden, an denen Ihr in den kommenden drei Monaten arbeiten wollt. Natürlich ist das nicht zwingend erforderlich, aber es hat sich herausgestellt, dass eine Themenvertiefung in Learning Circles besser geeignet ist als eine Themen- und Zielfindung in den ersten Wochen (Stichwort: Zeitverluste in der Findungsphase)
  2. Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis transparent und positiv gestalten.
    Der individuelle Nutzen für die Circle-Teilgeber*in sollte jedem spätestens nach den ersten vier Wochen gegenüber den Einstiegsaufwänden bewusst werden. Und hier verbirgt sich sicherlich die größte Herausforderung beim konnektiven Lernen in Circles. Denn diese positiven Erfahrungswerte können letztlich nur persönlich im Lernprozess gesammelt werden und sind letztlich auch von der Eigendynamik im Circle abhängig. Daher sollten solche Erkenntnisse offen und sensibel immer wieder bestmöglich gegenseitig angetriggert werden. Ein schnelles, klares Ziel und Themenfeld sowie das gegenseitige Gespür füreinander und / oder ein Ohr an der Lernschiene von Seiten des Orgateams helfen bei der Verwirklichung dieses Kernaspekts ungemein!
  3. Proaktive Begleitung und gegenseitige Impulse aus den Reihen der Teilgebenden und Organisierenden sind enorm wertvoll und hilfreich.
    Ein gemeinsames, ggf. circle-übergreifendes KickOff hilft zur einführenden Klärung der Rahmenbedingungen, der Circle-Methode sowie der Erwartungshaltung und Motivation und kann die erste Themenfindung bereits maßgeblich unterstützen. Sehr empfehlenswert und seit diesem Jahr zunehmend etabliert haben sich auch (übergreifende) Pitstops idealer Weise in Woche 4 und 8 der Circles. Hier können Zwischenstände ausgetauscht oder auch Rückfragen an die Organisatoren gerichtet werden. Nicht zuletzt hilft ein gemeinsames Closing Event, hilfreiches Feedback zu geben, über entstandene Circle-Ergebnisse und / oder Produkte zu berichten und eine tolle Wertschätzung des Erreichten z.B. mit Hilfe eines Finisher Badges zu geben (Stichwort: Erfolge feiern und würdigen). Darüber hinaus können Inputs von externen Experten oder Gästen zu bestimmten Themen weitere wertvolle Impulse während der Lernreise setzen, müssen aber ggf. als Zusatzaufwand berücksichtigt werden.
  4. Den Zeitraum angemessen festlegen
    Startet nach Möglichkeit in einem ganzheitlichen Zeitfenster, das durch längere Abwesenheitsphasen nicht stärker gesplittet werden muss (z.B. durch die Weihnachts- oder Sommerpause). Idealer Weise sind das Zeiträume im Frühjahr zwischen Mitte Februar und Anfang Juni oder im Herbst zwischen Mitte September und Anfang Dezember. Von organisatorischer Seite ist es auch sinnvoll wenn möglich 1 bis 3 Wochen Puffer im Rahmen der Lernreise für Übergangs- oder Ausfallzeiträume einzubauen. Das hilft, um sich selbst als Circle nicht zu stark unter Zeitdruck zu setzen oder ggf. auch eine Woche Pause zu gönnen, falls zu viele mal nicht können sollten.
  5. Den Zeitrahmen klar definieren
    Findet wenn möglich schon in der Vorbereitungswoche 0 gemeinsam einen verbindlichen und wöchentlich wiederkehrenden Slot für Euch, um einen gemeinsamen Lernrhythmus zu etablieren und Euren Austausch zu verstetigen. Zwar ist das auch nicht zwingend erforderlich, aber je flexibler ihr in das Finden der Zeitslots pro Woche geht, desto schwieriger wird es erfahrungsgemäß, sich immer wieder neue Freiräume im vollen Kalender zu schaffen. Es ist gar kein Problem, wenn es dann doch mal nicht alle zum vereinbarten Circle-Termin schaffen sollten, weil man sich gegenseitig im Nachgang (meist in der Folgewoche) wieder abholen kann. Das stärkt gleichzeitig den Circle-Zusammenhalt.
  6. Sich im Circle mit der passenden Zahl an Teilgebenden zusammenfinden
    Die angemessene Anzahl und Konstellation in den Circles ist ein bedeutsamer Faktor für den Lernerfolg. Aus eigenen Erfahrungswerten sind zur Einarbeitung in neue Themen eher größere Circles sinnvoll, um in kurzer Zeit möglichst viele Facetten und Perspektiven auf verschiedene Themen zu gewinnen (Stichwort: Diversitätsvorteil). Bei der Themenvertiefung ist eher ein Lerntandem oder bis zu drei Teilgebende im Circle sinnvoll, da man sich dann gemeinsam auf bestimmte Teilaspekte eines Themas fokussieren kann. Hier sollte man sich maximal 2 verschiedene Themen pro Circle vornehmen (Stichwort: Spezialisierungsvorteil). Generell empfehlen wir anhand der Auswertungsergebnisse aber eher kleinere Circles, damit man die begrenzte wöchentliche Zeit bestmöglich ausgestalten kann. Idealer Weise sollte ein Circle 3-4 Mitglieder*innen nicht überschreiten, denn bei einer Stunde Treffen pro Woche bleiben so ca. 15 Minuten Präsentations-/Redeanteil pro Teilgeber*in.
  7. Die Circle-Inhalte einschätzen und ggf. konsolidieren – Weniger ist oft mehr!
    Versteht die Circle Guides (= Leitfäden) von Anfang an als methodischen Orientierungsrahmen, um an Euren Themen zu arbeiten und nicht als Vorgabe, bei dem alles vom Wochentext über Links und Katas bis ins kleinste Detail durchgearbeitet werden muss! Findet für Euch die besten Katas, die Ihr im Circle gerne auch wochenübergreifend wiederholen könnt – schaut Euch Wocheninhalte an und entscheidet ggf. auch gemeinsam, diese nicht zu vertiefen, weil es Euer Thema nicht direkt voranbringt. Letztlich beinhaltet der Leitfaden Lernangebote, die Euch Halt geben können aber nicht zum Durcharbeiten zwingen wollen. Gleichzeitig konnten wir als Leitfaden-Autoren*innen anhand der Auswertungsergebnisse herausfinden, dass die Circle Guides und auch insbesondere der ePortfolio Learning-Leitfaden in seinen Texten noch prägnanter auf den Punkt, mit mehr Handlungsspielraum für die Circles und weniger akademisch aufbereitet sein sollte. Eine Aufgabe für eine konsolidierte Version 2.0, der ich mich unmittelbar im neuen Jahr stellen möchte (siehe auch unten beim MeinZiel-Jahresprojekt)
Timeline
Abbildung: Zeitlicher Ablauf eines Learning Circle-Sprints in Anlehnung an Visualisierung auf lernos.org (CC BY 4.0)

Ihr merkt schon: Natürlich ist dieser Beitrag ein Zwischenfazit und meine Circle-Lernreise keineswegs abgeschlossen, denn der Einsatz und die Erfahrungswerte entwickeln sich stetig weiter. Daher bin ich schon sehr gespannt, wie es im kommenden Jahr weitergeht, wenn wir an verschiedenen Stellen wieder Learning Circles nutzen werden!

Nach dem Aufruf von Karlheinz und Simon aus der Corporate Learning Community fürs kommende Jahr ein eigenes konkretes Learning-Ziel auszurufen, wenn möglich im Rahmen einer Blogparade zu initiieren und mit der Community zu teilen, möchte ich – wenn auch etwas verfrüht – schon heute mit diesem Blogbeitrag starten.
Das CoLearn-Jahresprojekt #MeinZiel22 wird für mich demnach drei Perspektiven haben:

  1. Aus fachlicher Sicht: Ich werde an der weiteren Verankerung von Learning Circles in der Unternehmenswelt arbeiten, den eigenen ePortfolio-Learning-Leitfaden weiterentwickeln und ggf. andere Leitfaden-Teams als Ratgeber unterstützen.
  2. Aus methodischer Sicht: Ich will wieder einen eigenen Learning Circle absolvieren. Geplant ist das diesmal übergreifend mit anderen Interessierten über die mir noch recht unbekannte GTD-Lernmethode. Wir starten ab Ende Januar organisiert über den brandneuen PeerFinder, der von Leonid in diesem Jahr erst entwickelt und veröffentlicht wurde. Vielen Dank auch für dieses tolle Tool! Wer noch mit durchstarten möchte, sei herzlich eingeladen -> hier gehts zur Gruppe.
  3. Aus technischer Sicht: Ich möchte Unterstützungsszenarien für Learning Circles z.B. über eine möglichst integrierte App als KI-Lernassistenz evaluieren und ausbauen, um sowohl die Teilgebenden als auch Organisierenden bei der Durchführung von Learning Circles und der Integration in ihren Arbeitsalltag gewinnbringend zu unterstützen. Erste vielversprechende Vorüberlegungen dazu gibt es schon und wir hoffen sehr, dass wir diese in 2022 weiter vertiefen und umsetzen dürfen!

In diesem Sinne bleibt es wirklich äußerst spannend und die mit dem Projekt verbundenen Schlüsselergebnisse (OKRs) müssen sich zum neuen Jahr definitiv noch finden!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Wegbegleitern*innen, Ratgebern*innen und Mitstreitern*innen in diesem Jahr und freue mich auf den weiteren Austausch mit Euch zum Learning Circle-Format und weiteren benachbarten Lernansätzen, hoffentlich auch bald wieder im realen und nicht nur im virtuellen Raum – habt einen tollen und vor allem gesunden Start in ein lernreiches. neues Jahr 2022!
Stay connected and learn on,
Euer Marcel 🙂

ePortfolio-Learning Circles – Praxis-Leitfäden to go!

In den vergangenen Jahren war es hier im e2.0-Blog sehr still, da sich meine Prioritäten vom „klassischen“, hochschulorientierten E-Learning ab 2013 hin zur Unternehmens-Schnittstelle IT in den Fachbereich Social Collaboration verlagerten und ich den Weg zu meinem Herzensthema „Lernen“ erst schrittweise zurückfinden konnte bis es schließlich seit Kurzem wieder ein fester Bestandteil meines Arbeitsalltags ist. Daher ist es nun an der Zeit, den Blog wieder aufleben zu lassen und von aktuellen Entwicklungen zu berichten, die letztlich sogar mit meiner Promotion im Umfeld der Lernerfolgsmessung beim Einsatz von ePortfolios in Verbindung steht.

ePortfolio-Learning
Leitfaden-Sketchnote „Aktivitäten beim Lernen mit ePortfolios“ von Katrin Mäntele (@kleinerw4hnsinn) unter CC BY 4.0

Zusammen mit einem kleinen Team aus Teilgebern*innen der Corporate Learning Community ausgehend von einem gemeinsamen 12-wöchigen lernOS Circle seit September 2019 habe ich an zwei Leitfäden mitgearbeitet, die man nun ebenfalls als Learning Circle durchlaufen kann 🙂 Einerseits ein Circle Guide für Content Curation und andererseits ein Circle Guide für ePortfolio-Learning als Anwendungsmethode zur transparenten Weiterbildung und Lernreflexion.

Ich freue mich riesig, dass wir diese Leitfäden seit Mitte Oktober nach gut einem Jahr unermüdlicher Arbeit nun in deutscher und englischer Sprache als Version 1.0 verfügbar haben und möchte ab heute mit allen Interessierten unter Euch den ePortfolio Circle Guide, wie üblich unter Creative Commons CC BY 4.0, nachfolgend teilen. Dabei könnt Ihr den Leitfaden entweder in einer linearen PDF-Version herunterladen oder auch in den aus meiner Sicht leichter nutzbaren, direkt navigier- und editierbaren Template-Versionen in Microsoft OneNote importieren und gleich mit einem Circle Sprint loslegen 🙂 Ich hoffe, dass wir mit der Hilfe von Simon auch zeitnah die lernOS-Toolbox mit den Markdown-Varianten der Leitfäden bereichern können, aber da braucht es wohl noch ein wenig Zeit zur Vertiefung in dieser Auszeichnungssprache 😉
Hier gehts direkt zum Download des Leitfadens:

Nachfolgend seht Ihr einmal die Voransicht des deutschen Circle Guides zum Durchscrollen:

Den benachbarten Circle Guide für Content Curation werden Euch Stefan und Herta sicherlich zeitnah auch zur Verfügung stellen. Da sie aber die Vorreiter dieses Leitfadens sind, wollte ich hier nicht einfach vorweggreifen und freue mich, wenn dieser schon bald verfügbar ist!

Und was gibt es zum aktuellen Einsatz der Leitfäden bisher zu berichten?

Erfreulicher Weise sind wir seit Mitte Oktober bei Continental bereits im Praxiseinsatz, um im Rahmen eines Pilotprojekts die Learning Circles zu verproben und den Lernerfolg zu evaluieren. Wir wollen insbesondere herausfinden, inwiefern das selbstgesteuert-konnektive Lernen, der Wissenserwerb und die Methodenkompetenz gefördert werden. Aus IT-Perspektive geht es im Zuge dessen aber vor allem auch um den Aufbau von Medienkompetenz beim Umgang mit Social Collaboration-Tools sowie die Produktion von Lernvideo-Inhalten / Podcasts. Hierbei werden die Leitfäden von insgesamt 9 Circles mit jeweils 3 bis 5 Teilnehmern*innen und einem Tandem mit zwei Teilnehmern*innen durchlaufen. So können wir Social und Modern Workplace Learning hoffentlich mittelfristig gut im Unternehmen verankern und klassische Lernformen bereichern.
Mit Thomas als meinem Co-Autor hier im e2.0-Blog stehe ich natürlich auch weiterhin im Austausch und wir haben kurz vor Beginn des Projektes eine kleine Videopodcast-Reihe gestartet, in der wir den aktuellen Stand und die Hintergründe etwas näher beleuchten. Schaut gerne nachfolgend einmal in die erste Folge rein, die bereits im September entstanden ist.
Seid gespannt, denn eine Fortsetzung folgt zeitnah 🙂

Wer weitere Hintergründe zum Social und Modern Workplace Learning sowie dem Format der Learning Circles erfahren möchte, dem empfehle ich den Digital Workplace Podcast von IPI mit der Episode „Vernetztes Lernen im Unternehmen Dank Digitalisierung„, die Andreas zusammen mit mir im vergangenen Mai aufgenommen hat.

Nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die es möglich gemacht haben, dass die Leitfäden so zügig fertiggestellt werden konnten und nun direkt verprobt werden können, insbesondere natürlich an Stefan und Herta als Kernteam sowie den damaligen lernOS-Circle rund um Judith, Helmut und Alfred sowie Simon für die lernOS-Basis dahinter!

Ein erster offener ePortfolio Learning Circle mit drei Teilnehmerinnen ist seit Mitte November auch schon gestartet. Ich freue mich auf Euer Feedback zu den Circle Guides sowie Kontakte zum weiterführenden Austausch!

Stay connected and learn on 🙂

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Update 08.12.2020:
Im zweiten Teil der Interview-Serie mit Thomas sprechen wir über die Halbzeit-Bilanz in den Learning Circles und welche kleineren Anpassungen vorgenommen wurden – viel Spaß 🙂

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Update 11.12.2020:
In der zweiten Episode des LernXplorer Podcast von Matthias geht es um detaillierte Hintergründe zur Idee der ePortfolio-Lernmethode, den Learning Circles und den Circle Guides – auch hier viel Freude beim Reinhören 🙂

DeLFI2013 | Bloggen in Großveranstaltungen

Oh ha, mehr als 2 Jahre (!) ist es her, dass hier etwas Neues erschienen ist. Einen Vortrag auf einer Tagung in der eigenen Uni will ich zum Anlass nehmen, um dieses Schweigen zu brechen. Ich hoffe neben Diss (ja, läuft immer noch) ab und zu ein paar Minuten Zeit zu finden, um über aktuelle Projekte zu berichten.

Anlass heute ist ein Vortrag zusammen mit Aysun Kul auf der DeLFI 2013, die als Teil der Gesamtkonferenz „Interaktive Vielfalt“ vom 8. bis 11.9. hier an der Uni Bremen stattfand. In dem 15-minütigen Vortrag habe ich unser eingereichtes Paper1

Hier das Abstract:

In diesem Beitrag soll am Beispiel der Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ dargestellt werden, wie Blogs in Großveranstaltungen (Vorlesungen mit mehr als 250 Teilnehmenden) erfolgreich eingesetzt werden können, um die Aktivität und Interaktion der Studierenden zu fördern sowie Lernprozesse zu initiieren. Im Mittelpunkt steht dabei das zur technischen Unterstützung des didaktischen Konzeptes entworfene und prototypisch eingesetzte Tutoring-Werkzeug feedbackr für die Weblog-Plattform WordPress und das Plugin-Bundle Buddypress. Die Evaluationsergebnisse der ersten Durchführungsphase im Sommersemester 2012 zeigen, dass mit Hilfe des Blogeinsatzes eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Veranstaltungsinhalten stattfinden und die Interaktion zwischen den Studierenden und den Dozierenden sowie Ansätze von Lerngemeinschaften unterstützt werden konnten.

Da von der Einreichung bis zur Präsentation mehr als sechs Monate vergangen sind, habe ich im Vortrag die Evaluationsergebnisse aus dem jüngsten Einsatz im Sommersemester 2013 einfließen lassen und den Ergebnissen aus dem Vorjahr gegenübergestellt. An dieser Stelle die Folien mit den wichtigsten Ergebnissen.

Als Fazit im Gespräch mit meiner Co-Autorin ließ sich festhalten, dass die in den Folien erwähnten BiPEBs (Bildungswissenschaften im Primar- und Elementarbereich) wahrscheinlich deshalb so „schlecht“ abschneiden, weil sie sich in einem höher Semester (4. statt 2. bei Gy/OS – Gymnasium/Oberschule) befanden. Es ließ die Vermutung nahe, dass je später man Blogs im Studium einführt, desto geringer fällt deren Aktzeptanz als Lernmedium aus. Nur ein Punkt, dem wir im nächsten Jahr genauer untersuchen wollen.

  1. Bernhardt, Thomas / Kul, Aysun (2013): Bloggen in Großveranstaltungen | Mit Studierendenblogs Erfolgreich Interaktion Fördern. In: Breiter, Andreas / Rensing, Christoph (Hrsg.): DeLFI 2013 – Die 11. E-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Bonn: Gesellschaft für Informatik, S. 179–190.

Tablets in der Schule

Skype-Zuschalte im Seminar "Lernen im Mitmachnetz" Heute hatten wir im Seminar „Lernen im Mitmachnetz“ wieder einmal Besuch in Form einer Skype-Zuschalte. Dieses Mal durften wir André J. Spang (@tastenspieler) sowie ein paar SchülerInnen und Schüler einer 11. Klasse der Kaiserin Augusta Schule in Köln begrüßen. André berichtete uns von den dort gemachten Erfahrungen mit dem Einsatz eines Klassensatzes von 30 Tablet-PCs, der seit Februar diesen Jahres fast rund um die Uhr von ca. 40 der insgesamt 70 Lehrerinnen und Lehrern in den unterschiedlichsten Fächern eingesetzt wird. Das Projekt wird auch im Internet dokumentiert. Weiterlesen

Blogs in der Grundschule

Skypen mit Martin RiemerIn meinem Seminar „Lernen im Mitmachnetz“ für Lehramtsstudierende an der Uni Bremen hatte ich vergangenen Donnerstag Martin Riemer via Skype zu Gast. Er berichtete uns von seinen Erfahrungen, Weblogs in der Grundschule einzusetzen. Der auf dem „Medienpädagogische Kongress“ spontan ausgemachte Praxisbericht hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht und einige interessante Punkte sowie nützliche Tipps hervorgebracht. Weiterlesen